Gegendarstellung zum Brandbrief
Bewohner der Insel,
ihr habt den Brandbrief gelesen. Worte voller Zorn, voller Anklage. Und ja – nicht alles daran ist falsch. Das Kloster war ein Ort der Strenge. Urteile wurden gesprochen, wo Vergebung möglich gewesen wäre. Viele haben gelitten.
Aber ehe ihr euren Zorn auf einen einzigen Mann richtet, stellt euch eine einfache Frage:
Wem galt euer Hass wirklich?
Wotan, Aradea, Ares?
Oder war es der, der den Abthut trug – Lennox?
Die Wahrheit ist eine andere.
Lennox wollte niemals die Stadt niederbrennen.
Es waren die Wassermagier, die diesen Plan trugen – alt, verborgen, gefährlich.
Und es war der Orden, der die Leuchttürme entzünden wollte.
Nicht zum Schutz – sondern als Fanal der Vernichtung.
Lennox widersprach.
Er war nicht derjenige, der euch dem Feuer übergeben wollte.
Und als er nach Eskalon segelte, dann nicht, um euch zu verkaufen –
sondern um Dion freizukaufen, in der Hoffnung, einen Bruder zu retten, der längst verloren war.
Ja, zwei Männer starben durch seine Hand.
Aber fragt euch, warum.
Der eine entweihte einen Ort und bot sich Beliar an.
Der andere schwor im Verborgenen dem Feind, nur um später Macht durch Innos zu erlangen.
Beide verrieten, was sie vorgaben zu schützen.
Und wer hätte sie gerichtet, wenn nicht er?
Heute sitzt Lennox unter euch. Nicht als Herrscher, nicht als König, sondern als Mensch.
Und jene, die ihn verurteilen, sind dieselben,
die einst schwiegen, als das Kloster brannte – und die nun rufen, um sich von sich selbst abzulenken.
Ihr, die ihr euch besser nennt – beweist es.
Sprecht es offen aus:
„Wir lassen ihn unbehelligt, weil wir aufrichtig sind.“
Oder schweigt – und erkennt, dass euer Urteil nicht Gerechtigkeit ist, sondern nur bequemer Zorn.
Ihr habt die Wahl.
Gerechtigkeit beginnt mit Wahrheit.
Nicht mit Gebrüll.
Ihr seid nicht Lennox! Richtig!
In diese Schuhe passt ihr alle zusammen nicht.
Ohne Menschen mit Rückrat wird diese Welt zu Grunde gehen.