Zeke
Zeke war einmal Soldat auf dem Festland. Einer von denen, die für den König geblutet haben, während im Hintergrund alles zerfiel. Kein Sold, keine Versorgung, nur Befehle. Irgendwann blieb ihm nichts anderes übrig, als seinen eigenen Hauptmann zu bestehlen, damit seine Familie überhaupt noch etwas zu essen hatte.
Dafür wurde er weggesperrt. Khorinis. Die Barriere. Das Ende?
Im Alten Lager war er zunächst niemand. Ein Buddler unter vielen. Dreck, Erz und jeden Tag ein Kampf ums Überleben. Doch Zeke biss sich durch. Er lernte, wie das Lager funktionierte und vor allem, wem man besser nicht vertraute.
Schließlich schaffte er es zu den Schatten. Erst dort begann sich etwas zu ändern. Mit dem Rang kam Einfluss und irgendwann übernahm er das Mietbüro im Außenring. Kein ehrenvoller Posten, aber einer mit Gewicht. Wer wohnen wollte, kam an ihm nicht vorbei.
Als Vetor, der Drahtzieher der Schatten, Ziel eines hinterhältigen Mordversuchs wurde, zögerte Zeke nicht. Er stellte sich vor ihn. Nicht aus Blindheit, sondern weil es für ihn noch so etwas wie Loyalität gab.
Gebracht hat es ihm nichts, außer Probleme.
Zeke wurde selbst zur Zielscheibe und musste fliehen. Monate lang draußen im Minental, ohne Schutz, ohne Lager, nur mit dem Ziel zu überleben. Das hinterließ Spuren.
Später wurde er begnadigt und zurück nach Khorinis geholt. Für kurze Zeit war er wieder Teil von etwas Größerem. Doch die Vergangenheit ließ ihn nicht los. Also ging er zurück aufs Festland.
Dort war nichts mehr.
Sein Dorf war niedergebrannt, seine Familie tot, alles verloren.
Heute steht er wieder in den Reihen der königlichen Armee. Als Rottmeister führt er seinen Trupp und hält sie am Leben, so gut es geht. Mehr ist von ihm nicht geblieben.
Kein Held. Kein Retter.
Nur ein Mann, der noch steht.
